Die Gruppen - ein Potenzial für die Öffentlichkeitsarbeit

von Cornelia Mast

Multiplikatoren-Arbeitstagung "Öffentlichkeitsarbeit" in Essen

Multiplikatorentagung

Die Gruppen des Kreuzbundes sollten stärker für die Öffentlichkeitsarbeit motiviert und aktiviert werden, ansonsten bleibt hier viel Potenzial ungenutzt. So die übereinstimmende Meinung der 20 Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit, die vom 11. bis 13. März 2016 an der Multiplikatoren-Arbeitstagung „Öffentlichkeitsarbeit“ in Essen teilgenommen haben. Die Gruppenleitungen sind nicht nur für eine funktionierende Gruppenarbeit zuständig, sondern haben auch die Aufgabe als Mittler und Schaltstelle zwischen den Verbandsebenen. Die Kommunikation sollte in beiden Richtungen funktionieren, damit die Konzepte und Handreichungen, die der Bundesverband erstellt – zum Teil gemeinsam mit Vertretungen der Diözesanebene - auch mit Leben gefüllt und umgesetzt werden. Die Diözesanverbände sollten hier ein Beispiel geben. Auch sind die DV aufgefordert, den Gruppen mehr Freiheit und Beweglichkeit für eine individuelle Gruppengestaltung zu geben.

Weiteres Thema der Tagung war der neue Internetauftritt des Bundesverbandes. Der Leiter des Arbeitsbereichs Paul-Michael Leißner und die zuständige Referentin Gunhild Ahmann freuten sich über das Lob der Multiplikatoren. Diese halten die neue Internetseite insgesamt für gut gelungen, auch wurden die meisten ihrer Vorschläge und Anregungen übernommen. Die Homepage entspricht dem Zeitgeist, ist übersichtlich, nutzerfreundlich und bietet ausreichende Informationen in verständlicher Form. Die Seite hebt sich außerdem positiv von denen anderer Sucht-Selbsthilfeorganisationen ab. Sie ist gut an mobile Geräte angepasst und lässt sich auch auf einem Smartphone gut lesen.

Im Sinne der Wiedererkennbarkeit sollten die Internetseiten des Bundesverbandes und der Diözesanverbände (und möglichst auch weiterer Untergliederungen) ein weitgehend einheitliches Erscheinungsbild haben. Der Webdesigner Frank Wenner aus Waltrop schlug dafür ein Verfahren vor. Danach sollten die Diözesanverbände als eigenverantwortliche Betreiber ihrer Seiten eine Lizenz für das verwendete Content Management System erwerben. Anschließend können die Vorlagen des Bundesverbandes auf einer CD an die DV übergeben werden. Die DV entscheiden dann selbst, welche Inhalte sie übernehmen. Auf diese Weise ist ein einheitlicher Auftritt gewährleistet und gleichzeitig Spielraum für die Individualität der DV-Seiten gegeben.

Im weiteren Verlauf der Tagung ging es um die Entwicklung von zentralen und emotional ansprechenden Kernbotschaften des Kreuzbundes mit hohem Aufforderungscharakter, die in der Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden können. Um eine Grundlage für entsprechende Ideen zu haben, beschäftigten wir uns zunächst mit folgenden Fragen: Was macht unseren Verband aus? Was macht der Kreuzbund anders bzw. besser als andere Organisationen? Welchen Nutzen haben diejenigen, die unser Angebot annehmen?

Das Ergebnis lautete:

  • Der Kreuzbund ist der Sucht-Selbsthilfeverband mit der größten Mitgliederzahl in Deutschland.
  • Der Kreuzbund ist der einzige katholische Sucht-Selbsthilfeverband in Deutschland und Fachverband des Deutschen Caritasverbandes.
  • Der Kreuzbund hat ein Netzwerk von Gruppen mit einer breiten Versorgung im Bundesgebiet.
  • Die Gruppenarbeit wird geprägt von Offenheit, Verständnis und Akzeptanz sowie einem ehrlichen Austausch.
  • Der Kreuzbund sieht Angehörige als gleichberechtigte Gruppenmitglieder und hat eine besondere Stärke in der Angehörigenarbeit.
  • Der Kreuzbund ist eine Gemeinschaft, die immer die Tür für den Suchtkranken offen hält und ihn auch bei einem Rückfall und in anderen Lebenskrisen nicht allein lässt.
  • Der Kreuzbund schafft stabile soziale Bindungen und bietet die Möglichkeit der Lebensbegleitung.

In einem zweiten Schritt erarbeiteten mehrere Kleingruppen Vorschläge für emotionale Botschaften. Die größte Zustimmung fand die Botschaft: „Nimm Dir Dein Leben - es lohnt sich.“

Die Entwicklung von Kernbotschaften ist Teil einer Beteiligungskampagne zur Stärkung des Wir-Gefühls im Verband. Ein weiterer Bestandteil ist die Schaffung einer Willkommenskultur in den Gruppen.

Gunhild Ahmann, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

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